Die Deutsche Lufthansa AG hat im Juni 2020 mit dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds der Bundesrepublik Deutschland (WSF) und den Regierungen in Belgien, Österreich und der Schweiz Stabilisierungsmaßnahmen vereinbart, um die Folgen der Coronapandemie abzumildern und die Solvenz des Unternehmens zu erhalten.

Das ausgehandelte Stabilisierungspaket beinhaltet Stabilisierungsmaßnahmen und Kredite von insgesamt bis zu 9 Milliarden Euro.

Der WSF leistet Stille Einlagen von insgesamt bis zu 5,7 Milliarden Euro in das Vermögen der Deutschen Lufthansa AG. Davon werden ca. 4,7 Milliarden Euro im Sinne der Vorschriften des HGB und der IFRS als Eigenkapital eingestuft. In dieser Höhe ist die Stille Einlage unbefristet und kann vom Unternehmen ganz oder in Teilen gekündigt werden.

Außerdem zeichnet der WSF im Wege einer Kapitalerhöhung Aktien, um eine Beteiligung von 20% am Grundkapital der Deutschen Lufthansa AG aufzubauen. Der WSF kann seinen Anteil am Grundkapital im Falle einer Übernahme der Gesellschaft auf 25% plus eine Aktie erhöhen.

Darüber hinaus kann ein weiterer Teil der Stillen Einlage bei Nichtzahlung der Vergütung durch die Gesellschaft frühestens ab den Jahren 2024 und 2026 in eine weitere Aktienbeteiligung von jeweils 5% am Grundkapital gewandelt werden.

Die Stabilisierungsmaßnahmen werden durch eine syndizierte Kreditfazilität der KfW in Höhe von 1 Milliarde Euro mit einer Laufzeit von drei Jahren sowie durch staatliche Garantien für Kredite in der Schweiz, Österreich und Belgien in Höhe von insgesamt 2 Milliarden Euro ergänzt.

Auflagen im Zusammenhang mit dem Stabilisierungspaket bestehen in Form des Verzichts auf künftige Dividendenzahlungen und Beschränkungen der Managementvergütung. Außerdem werden zwei Sitze im Aufsichtsrat in Abstimmung mit der Bundesregierung besetzt, wovon ein Aufsichtsrat Mitglied des Prüfungsausschusses sein soll. Außer im Übernahmefall verpflichtet sich der WSF, sein Stimmrecht in der Hauptversammlung bei den üblichen Beschlüssen ordentlicher Hauptversammlungen nicht auszuüben.

Nach der Zustimmung durch Vorstand und Aufsichtsrat stimmten die Aktionäre der Gesellschaft im Rahmen einer außerordentlichen Hauptversammlung am 25. Juni 2020 für die Annahme der Kapitalmaßnahmen und die Beteiligung des Wirtschaftsstabilisierungsfonds an der Deutschen Lufthansa AG. Das Stabilisierungspaket wurde von der Europäischen Kommission genehmigt.

Details der Stabilisierungsmaßnahmen können der WSF-Rahmenvereinbarung und der Investorenpräsentation (nur in englischer Sprache) entnommen werden. In seiner Erklärung verpflichtet sich der Vorstand der Deutschen Lufthansa AG zur Einhaltung der vereinbarten Bedingungen und Auflagen.