Nachhaltige Wertschaffung im Unternehmen

Das Steuerungssystem der Lufthansa Group folgt einem wertorientierten Ansatz. Im Mittelpunkt steht dabei die Kapitalrentabilität. Diese wird durch den Adjusted Return on Capital Employed (Adjusted ROCE) gemessen. Ist der Adjusted ROCE höher als die durchschnittlichen Kapitalkosten (WACC), schafft das Unternehmen Wert.

Die Profitabilität des Unternehmens wird durch das Adjusted EBIT gemessen. Die Adjustments bereinigen die Kennzahl um einmalige, nicht operative Einflüsse und ermöglichen damit einen verbesserten Ausweis der operativen Leistung des Unternehmens. Sachverhalte, die ein Adjustment begründen, sind in einem Katalog festgehalten, der seit dem Jahr 2015 unverändert fortbesteht. Sie umfassen im Wesentlichen Abgangsergebnisse von Vermögenswerten, außerplanmäßige Ab- und Zuschreibungen sowie periodenfremde Ergebniseffekte im Zusammenhang mit Pensionsverpflichtungen.

Durch ein striktes Working Capital Management und die Sicherstellung wertschaffender Investitionen wird darüber hinaus der Kapitaleinsatz optimiert.

Schließlich bezieht die Lufthansa Group den spezifischen CO2-Ausstoß in das Steuerungssystem ein, um eine nachhaltige Wertschaffung zu ermöglichen, die nicht auf Kosten erhöhter Umweltauswirkungen erfolgt. Stattdessen wird eine kontinuierliche Senkung der spezifischen CO2-Emissionen angestrebt. Informationen zu den langfristigen Zielsetzungen bezüglich der Verringerung von CO2-Emissionen finden sich in der Zusammengefassten nichtfinanziellen Erklärung.

Im Geschäftsjahr 2020 war die Wertschaffung des Unternehmens krisenbedingt negativ. Der Adjusted ROCE nach Steuern betrug –16,7 % (Vorjahr: 6,6 %), wohingegen der WACC gegenüber Vorjahr unverändert bei 4,2 % lag. Das Adjusted EBIT lag im Geschäftsjahr 2020 bei –5.451 Mio. EUR (Vorjahr: 2.026 Mio. EUR). Damit betrug die Adjusted EBIT-Marge, also das Verhältnis von Adjusted EBIT zum Umsatz, –40,1 % (Vorjahr: 5,6 %). Der spezifische CO2-Ausstoß, bezogen auf die geflogenen Passagierkilometer (ohne Wet-Leases), lag 2020 bei 105,2 Gramm und damit 14 % über dem Vorjahresniveau (Vorjahr: 92,2 Gramm).

Entwicklung Umsatz, Adjusted EBIT in Mio. EUR und Adjusted EBIT-Marge in %

Restrukturierung schafft Voraussetzungen für eine Rückkehr zu profitablem und nachhaltigem Wachstum

Das Restrukturierungs- und Transformationsprogramm ReNew richtet das Unternehmen auf das krisenbedingt veränderte Marktumfeld aus. Die darin verankerte Anpassung der Kostenstrukturen trägt dem – voraussichtlich auf Jahre hinaus – geringeren Marktvolumen Rechnung und schafft die Voraussetzungen für die Rückkehr zu einem positiven operativen Ergebnis. Die notwendigen Maßnahmen werden dabei insbesondere in den Geschäftsfeldern identifiziert und implementiert. Im Rahmen von ReNew erfolgt darüber hinaus eine zentrale Steuerung und Koordination der Maßnahmen.

Auch über den Zeitraum der Krise hinaus soll die Profitabilität durch kontinuierliche Stückkostensenkungen, die Vereinfachung von Prozessen und Strukturen sowie eine Steigerung der Produktivität strukturell erhöht werden.