Nachhaltige Wertschaffung im Unternehmen

Das Steuerungssystem der Lufthansa Group folgt einem wertorientierten Ansatz. Im Mittelpunkt steht dabei die Kapitalrentabilität. Diese wird durch den Adjusted Return on Capital Employed (Adjusted ROCE) gemessen. Ist der Adjusted ROCE höher als die durchschnittlichen Kapitalkosten (WACC), schafft das Unternehmen Wert. Die Lufthansa Group hat sich das Ziel gesetzt, ab dem Jahr 2024 einen Adjusted ROCE, ohne Berücksichtigung von liquiden Mitteln, von mindestens 10 % zu erwirtschaften.

Die Profitabilität des Unternehmens wird durch das Adjusted EBIT gemessen. Die Adjustments bereinigen die Kennzahl um einmalige, nicht operative Einflüsse und ermöglichen damit einen verbesserten Ausweis der operativen Leistung des Unternehmens. Sachverhalte, die ein Adjustment begründen, sind in einem Katalog festgehalten. Sie umfassen Abgangsergebnisse von Vermögenswerten, außerplanmäßige Ab- und Zuschreibungen sowie periodenfremde Ergebniseffekte im
Zusammenhang mit Pensionsverpflichtungen. Ab dem Geschäftsjahr 2022 werden außerdem personalbezogene Restrukturierungsaufwendungen und nicht betrieblich bedingte, außerordentliche Kosten aus Rechtsverfahren und Unternehmenstransaktionen in den Katalog aufgenommen. Ab dem Jahr 2024 strebt die Lufthansa Group eine Adjusted EBIT-Marge von über 8 % an.

Durch weitere Verbesserungen im Working Capital Management und die Sicherstellung wertschaffender Investitionen wird darüber hinaus der Kapitaleinsatz optimiert.

Schließlich bezieht die Lufthansa Group den spezifischen CO2-Ausstoß in das Steuerungssystem ein, um durch die Verringerung von Umweltauswirkungen eine nachhaltige Wertschaffung zu ermöglichen. Informationen zu den langfristigen Zielsetzungen bezüglich der Verringerung von CO2-Emissionen finden sich in der zusammengefassten nichtfinanziellen Erklärung/Klimaschutz.

Auch im Geschäftsjahr 2021 war die Wertschaffung des Unternehmens krisenbedingt negativ. Der Adjusted ROCE nach Steuern betrug –7,5 % (Vorjahr: –16,7 %), wohingegen der WACC unverändert gegenüber Vorjahr bei 4,2 % lag. Das Adjusted EBIT lag im Geschäftsjahr 2021 bei –2.349 Mio. EUR (Vorjahr: –5.451 Mio. EUR). Damit betrug die Adjusted EBIT-Marge, also das Verhältnis von Adjusted EBIT zum Umsatz, –14,0 % (Vorjahr: –40,1 %). ↗ Ertragslage, S. 40 ff. Der spezifische CO2-Ausstoß, bezogen auf die geflogenen Passagierkilometer, lag 2021 bei 101,6 Gramm und damit 3 % unter dem Vorjahresniveau (Vorjahr: 105,2 Gramm).

Entwicklung Umsatz, Adjusted EBIT in Mio. EUR und Adjusted EBIT-Marge in %

Restrukturierung schafft Voraussetzungen für eine Rückkehr zu profitablem und nachhaltigem Wachstum

Mit einem konzernweit implementierten Restrukturierungs- und Transformationsprogramm hat sich das Unternehmen auf das krisenbedingt veränderte Marktumfeld ausgerichtet. Die darin verankerte Anpassung der Kostenstrukturen trägt dem verringerten Marktvolumen Rechnung und schafft die Voraussetzungen für die Rückkehr zu einem positiven operativen Ergebnis. Notwendige Maßnahmen, um die bis 2024 geplanten strukturellen Kosteneinsparungen von jährlich 3,5 Mrd. EUR zu erzielen, wurden sowohl in den Geschäftsfeldern als auch top down identifiziert. Diese beinhalten Maßnahmen zur Reduktion der Personalkosten in Höhe von rund 1,8 Mrd. EUR. Neben einem Stellenabbau steht dabei die dauerhafte Steigerung der Produktivität im Vordergrund. Maßnahmen im Zusammenhang mit der Verringerung organisatorischer und operativer Komplexität sowie der Standardisierung und Modernisierung der Konzernflotte sollen Kosteneinsparungen von rund 1,7 Mrd. EUR generieren. Bis Ende des Geschäftsjahres 2021 wurden bereits mehr als drei Viertel der Maßnahmen umgesetzt und damit dauerhaft Kosten von rund 2,7 Mrd. EUR jährlich reduziert.