Nachhaltige Wertschaffung benötigt adäquates Profitabilitätsniveau
Das Steuerungssystem der Lufthansa Group folgt einem wertorientierten Ansatz. Im Mittelpunkt steht dabei die Kapitalrentabilität, gemessen als Adjusted Return on Capital Employed (Adjusted ROCE). Ist der Adjusted ROCE höher als die durchschnittlichen Kapitalkosten (WACC), schafft das Unternehmen Wert. Die zugrunde liegende Kapitalbasis wird dabei um die liquiden Mittel des Konzerns bereinigt. Im Geschäftsjahr 2025 wurde die Berechnungssystematik des Adjusted ROCE angepasst: Zukünftig wird die Wertschaffung des Unternehmens vor Steuern dargestellt, nicht nach Steuern.
Im Geschäftsjahr 2025 war die Wertschaffung des Unternehmens positiv. Der Adjusted ROCE vor Steuern betrug 10,3 % (Vorjahr: 9,6 %), der WACC stieg im Geschäftsjahr 2025 auf 8,6 % (Vorjahr: 8,5 %). Gemäß neuer Mittelfristziele soll der Adjusted ROCE vor Steuern in den Jahren 2028 bis 2030 bei 15 % bis 20 % liegen.
Eine nachhaltige Wertschaffung erfordert ein adäquates Profitabilitätsniveau. Ein solches ermöglicht es, unternehmerisch frei zu agieren und wesentliche Stakeholder – vor allem Investorinnen und Investoren – am Unternehmenserfolg teilhaben zu lassen.
Die Profitabilität des Unternehmens wird durch die Adjusted EBIT-Marge, also das Verhältnis von Adjusted EBIT zum Umsatz, gemessen. Bei der Ermittlung des zugrunde liegenden Adjusted EBIT wird das berichtete EBIT um außerplanmäßige Ab- und Zuschreibungen, Ergebniseffekte aus Abgängen von Anlagevermögen, Effekte aus Pensionsplanänderungen, Restrukturierungsaufwendungen in Form von Abfindungen, signifikante, nicht aus der normalen Geschäftstätigkeit stammende Kosten aus Rechtsverfahren und Unternehmenstransaktionen sowie sonstige materielle einmalige Aufwendungen, die unmittelbar durch außerordentliche externe Faktoren verursacht werden, bereinigt.
Bereinigungen erfolgten im Berichtsjahr insbesondere aufgrund von Buchgewinnen, vor allem aus Verkäufen von Flugzeugen und Auflösungen von Rückstellungen, die für außerordentliche Rechtsrisiken sowie für Restrukturierungen gebildet worden waren, sowie durch gegenläufig außerplanmäßige Abschreibungen, insbesondere auf zur Verwertung vorgesehene Flugzeuge, und durch Abfindungs- und Restrukturierungsaufwendungen.
Das Adjusted EBIT lag im Geschäftsjahr 2025 bei 1.960 Mio. EUR (Vorjahr: 1.645 Mio. EUR). Damit betrug die Adjusted EBIT-Marge 4,9 % (Vorjahr: 4,4 %).
Die Sicherstellung der zukünftigen Wertschaffung des Unternehmens bildet die Grundlage für alle Investitions- und Strategieentscheidungen der Lufthansa Group. Zur Steigerung der zukünftigen Profitabilität wurden im Geschäftsjahr 2025 umfassende Maßnahmen initiiert. Insbesondere die Flottenerneuerung sowie Zukunftsprogramme wie das Turnaround- Programm bei Lufthansa Airlines sind Teil einer umfassenden Veränderung. Diese zielt darauf ab, die Lufthansa Group langfristig zu stärken und die Produktivität sowie Profitabilität zu steigern. Auch durch eine engere und vernetztere Zusammenarbeit von Konzernfunktionen und Airlines sollen Synergien gehoben und die Effizienz weiter gesteigert werden. Hierzu wird die Lufthansa Group in den nächsten Jahren auch die digitale Transformation vorantreiben.
Im Ergebnis erwartet die Lufthansa Group bis zum Ende der Dekade eine deutlich gesteigerte Profitabilität. Gemäß neuer Mittelfristziele soll in den Jahren 2028 bis 2030 eine Adjusted EBIT-Marge von 8 % bis 10 % erwirtschaftet werden. Darüber hinaus bezieht die Lufthansa Group den spezifischen CO₂-Ausstoß in das Steuerungssystem ein, um durch die Verringerung von Umweltauswirkungen damit verbundene Kosten zu reduzieren. Dies ermöglicht eine nachhaltige Wertschaffung, beeinflusst die Finanzierungskonditionen positiv und fließt zudem in die Managementvergütung ein. Der spezifische CO₂-Ausstoß, bezogen auf die geflogenen Passagierkilometer, lag 2025 bei 85,4 Gramm und damit 2 % unter dem Vorjahreswert (Vorjahr: 87,5 Gramm). Informationen zu den langfristigen Zielsetzungen bezüglich der Verringerung von CO₂-Emissionen finden sich in der Zusammengefassten nichtfinanziellen Erklärung.
Entwicklung Umsatz, Adjusted EBIT in Mio. EUR und Adjusted EBIT-Marge in %
Kosten- und Effizienzmanagement sichert Zukunftsfähigkeit
Die Lufthansa Group erwartet in den nächsten Jahren signifikante Kostensteigerungen, insbesondere durch regulatorisch bedingte Aufwendungen im Bereich Nachhaltigkeit, wie die SAF-Quote und den Wegfall kostenloser CO2-Zertifikate. Auch andere Kostenpositionen, wie Gebühren und Personalkosten, werden voraussichtlich höher ausfallen. Die Lufthansa Group geht daher davon aus, dass die Stückkosten unter anderem aufgrund andauernder Kosteninflation unter Druck bleiben werden.
Um auf unvermeidbare Kostensteigerungen zu reagieren, liegt ein Fokus auf der Steigerung der Stückerlöse durch gezielte Maßnahmen zur Umsatzsteigerung. Die anhaltenden Kapazitätsbeschränkungen im Markt werden voraussichtlich zusätzlich zur marktweiten Erlösstabilisierung beitragen.
Dies erfordert ein bedachtes Abwägen zwischen einer Erhöhung der Marktanteile, Steigerungen der Durchschnittserlöse sowie der Allokation der Produktionskapazität auf die verschiedenen Flugbetriebe. Das Wachstum soll dabei zunehmend in Flugbetrieben mit hoher Produktivität und niedrigen Stückkosten stattfinden.
Zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit hat das Unternehmen zusätzlich Programme zur kostenseitigen Effizienz- und Produktivitätssteigerung sowie weitere Kostensenkungsmaßnahmen überprüft und umgesetzt. Hierzu müssen sowohl operative Einheiten – von der Flotte bis zum eingesetzten Personal – als auch die administrativen Funktionen beitragen.
Um dem Kostendruck entgegenzuwirken, wurden bereits im Jahr 2024 Effizienzsteigerungsprogramme bei den Passagier-Airlines aufgesetzt, die auf einen effizienteren Einsatz von Crews und Flotte abzielen. Dazu zählt insbesondere das Turnaround-Programm bei Lufthansa Airlines mit einem geplanten ergebniswirksamen Maßnahmenvolumen von rund 1,5 Mrd. EUR im Jahr 2026 und rund 2,5 Mrd. EUR im Jahr 2028. Im Berichtsjahr wurden die konzernweiten Effizienzund Ergebnisverbesserungsprogramme, über die regelmäßig an den Konzernvorstand berichtet wird, unter einem Dach vereint.
