Die Deutsche Lufthansa AG hat im Juni 2020 mit dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds der Bundesrepublik Deutschland (WSF) und den Regierungen in Belgien, Österreich und der Schweiz Stabilisierungsmaßnahmen vereinbart, um die Folgen der Coronapandemie abzumildern und die Solvenz des Unternehmens zu erhalten.

Das ausgehandelte Stabilisierungspaket beinhaltete Stabilisierungsmaßnahmen und Kredite von insgesamt bis zu 9 Milliarden Euro. Nach der Zustimmung durch Vorstand und Aufsichtsrat stimmten die Aktionär:innen der Gesellschaft im Rahmen einer außerordentlichen Hauptversammlung am 25. Juni 2020 für die Annahme der Kapitalmaßnahmen und die Beteiligung des Wirtschaftsstabilisierungsfonds an der Deutschen Lufthansa AG. Das Stabilisierungspaket wurde auch von der Europäischen Kommission genehmigt.

Im Rahmen des Stabilisierungspakets erklärte sich der WSF bereit, Stille Beteiligungen von insgesamt bis zu 5,5 Milliarden Euro in das Vermögen der Deutschen Lufthansa AG zu leisten. Die Gewinnbeteiligung des WSFs berechnete sich als Kupon mit aufsteigender Zinsrate, beginnend mit 4% in den Jahren 2020 und 2021.

4,5 Milliarden Euro der Stillen Beteiligungen wurden im Sinne der Vorschriften des HGB und der IFRS als Eigenkapital eingestuft (Stille Beteiligung I). Weitere 1 Milliarden Euro wurden als Fremdkapital bilanziert (Stille Beteiligung II).

Mit dem Abschluss der Kapitalerhöhung, die im Rahmen des von der Hauptversammlung 2021 beschlossenen Genehmigten Kapitals C durchgeführt und am 11. Oktober 2021 abgeschlossen wurde, hat die Deutsche Lufthansa AG den gezogenen Betrag der Stillen Beteiligung I des WSF in Höhe von 1,5 Milliarden Euro vollständig zurückgezahlt. Die Stille Beteiligung II in Höhe von 1 Milliarde Euro wurde vollständig zurückgezahlt und der nicht in Anspruch genommene Restbetrag der Stillen Beteiligung I in Höhe von rund 3 Milliarden Euro wurde im November 2021 nach weiteren Fortschritten bei der operativen Erholung und erfolgreichen Fremdfinanzierungsmaßnahmen am öffentlichen Markt gekündigt.

 Im Anschluss an die Rückzahlung der Stillen Beteiligungen hat sich der WSF verpflichtet, seine verbleibende Beteiligung von 14,1 % an der Deutschen Lufthansa AG bis spätestens Oktober 2023 zu veräußern, nachdem eine sechsmonatige Sperrfrist im April 2022 abgelaufen ist.

Die Stabilisierungsmaßnahmen wurden ursprünglich durch eine syndizierte Kreditfazilität der KfW in Höhe von 1 Milliarde Euro mit einer Laufzeit von drei Jahren ergänzt. Das Unternehmen hatte die Fazilität jedoch bereits im Februar 2021 vorzeitig zurückgezahlt.

In der Schweiz, Österreich und Belgien wurden im Rahmen der Stabilisierung außerdem staatliche Garantien für Kredite in Höhe von insgesamt 2 Milliarden Euro gegeben. Stabilisierungsmaßnahmen von weiteren 0,2 Milliarden Euro beziehen sich auf nicht rückzahlbare Zuschüsse und Gewinnbeteiligungen in Österreich und Belgien. Das Unternehmen berichtet in seinen Finanzberichten regelmäßig über die Nutzung der vereinbarten Maßnahmen.

Die mit dem Stabilisierungspaket verbundenen Auflagen hinsichtlich des Verbots von Dividendenausschüttungen, des Verbots der Quersubventionierung von Konzernunternehmen, Genehmigungspflichten für bedeutende Transaktionen und der Aussetzung von variablen Vergütungszahlungen an Führungskräfte bleiben in Kraft, bis der WSF sein Aktienpaket vollständig veräußert hat. Erhöhungen des Grundgehalts der Vorstandsmitglieder und der Erwerb von Beteiligungen an anderen Unternehmen sind wieder möglich, da die Stillen Beteiligungen zurückgezahlt wurden.

Als Teil der Stabilisierungsmaßnahmen wurden mit Angela Titzrath und Dr. Michael Kerkloh zwei Sitze im Aufsichtsrat in Abstimmung mit der Bundesregierung besetzt, wovon ein Aufsichtsrat (Dr. Michael Kerkloh) Mitglied des Prüfungsausschusses ist. Außer im Übernahmefall verpflichtet sich der WSF, sein Stimmrecht in der Hauptversammlung bei den üblichen Beschlüssen ordentlicher Hauptversammlungen nicht auszuüben.

Unterlagen zum Stabilisierungspaket

Details zu den aktuell abgerufenen Mitteln des Stabilisierungspakets entnehmen Sie bitte der aktuellen Unternehmenspräsentation, die auf der Investor Relations-Startseite heruntergeladen werden kann.

Meldungen