Die Lufthansa Group hat beschlossen, dauerhaft eine Liquidität zwischen 6 Mrd. EUR und 8 Mrd. EUR vorzuhalten, um sich gegen Krisen zu schützen. Dies entspricht einer deutlichen Anhebung gegenüber dem Vorkrisenniveau. Aus Kapitaleffizienzgründen soll ein wesentlicher Teil der strategischen Liquiditätsreserve in Form einer revolvierenden Kreditfazilität vorgehalten werden, die von einem Bankenkonsortium finanziert werden soll.

Abbau der Verschuldung als Kernziel der Finanzstrategie

Nach der Rückführung der Stabilisierungsmaßnahmen in Deutschland liegt der Fokus nun auf der langfristigen Reduktion des Verschuldungsgrades. Zur Senkung der Nettoverschuldung sollen Mittelzuflüsse aus dem operativen Geschäft und Erlöse aus der Veräußerung von Geschäftsbereichen, die nicht zum Kerngeschäft des Konzerns gehören, beitragen.

Rückkehr zu Investment Grade Rating angestrebt

Vor der Coronakrise bewerteten die Ratingagenturen Standard & Poor’s und Moody’s die Bonität der Lufthansa Group jeweils als Investment Grade. Infolge der Ausbreitung des Coronavirus und dessen Auswirkungen haben die beiden Agenturen das Rating jedoch herabgesetzt. Scope Ratings stuft die Lufthansa Group weiter im Investment Grade-Bereich ein.

Der Konzern strebt an, bis zum Jahr 2024 wieder ein Investment Grade Rating von allen maßgeblichen Ratingagenturen zu erlangen. Die Beurteilung der Unternehmensbonität mit Investment Grade sichert niedrige Finanzierungskosten und damit den finanziellen Handlungsspielraum des Unternehmens. Voraussetzung für ein Investment Grade Rating sind die Rückkehr zu einem positiven operativen Ergebnis und die weitere Verringerung der Nettoverschuldung.

Zur Beurteilung der Schuldentragfähigkeit des Konzerns wird die Kennzahl "Adjusted Net Debt / Adjusted EBITDA" betrachtet. Diese Kennzahl berücksichtigt mit dem Adjusted Net Debt neben der klassischen Nettokreditverschuldung auch die Pensionsrückstellungen. Seit dem Geschäftsjahr 2019 umfasst sie mit der Einführung des neuen Rechnungslegungsstandards zur Leasingbilanzierung (IFRS 16) auch die finanziellen Verpflichtungen aus Lease-Verträgen (unter anderem Immobilien und Flugzeuge) des Konzerns.

Adjusted Net Debt / Adjusted EBITDA

Adjusted Net Debt / Adjusted EBITDA
 2021 in Mio. EUR2020 in Mio. EURVeränderungen in %
Nettokreditverschuldung1)8.7769.675–9 
Pensionsrückstellungen6.6769.531–30 
Adjusted Net Debt15.45219.206–20 
Adjusted EBIT–2.349 –5.451 57
Abschreibungen2.2592.561–12 
Adjusted EBITDA–90 –2.890 97
Adjusted Net Debt/
Adjusted EBITDA
nicht aussagekräftignicht aussagekräftig 

1) Zur Ermittlung der Nettokreditverschuldung wurden hier 50 % der 2015 begebenen Hybridanleihe (247 Mio. EUR) herausgerechnet. Herleitung der Nettokreditverschuldung Geschäftsbericht S. 50