Liquidität soll zwischen 8 Mrd. EUR und 10 Mrd. EUR liegen
Die Erfahrungen der Corona-Pandemie haben gezeigt, dass eine ausreichende Mindestliquidität im Fall globaler Krisen, von denen Airlines in der Regel in besonderem Maße betroffen sind, existenziell entscheidend ist. Ausschlaggebend für die Höhe der notwendigen Liquidität sind dabei für einen extremen Krisenfall, neben der Abdeckung der operativen Aufwendungen, auch die Sicherstellung der Rückzahlungsfähigkeit von Verbindlichkeiten des Working Capitals und dabei insbesondere die erhaltenen Kundenanzahlungen für noch nicht ausgeflogene Flugdokumente. Um die Liquiditätsrisiken zu mindern und damit den Konzern gegen mögliche Krisen zu schützen, strebt die Lufthansa Group eine Mindestliquidität von 8 Mrd. EUR bis 10 Mrd. EUR an. Diese wurde auch im Rahmen der neuen Mittelfristziele bestätigt. Aus Kapitaleffizienzgründen wird ein Teil der strategischen Liquiditätsreserve in Form einer revolvierenden Kreditlinie vorgehalten.
Unter Berücksichtigung der frei verfügbaren Kreditlinien standen dem Unternehmen am Jahresende 2025 10,7 Mrd. EUR an Liquidität zur Verfügung (31. Dezember 2024: 11,0 Mrd. EUR).
Niedriger Verschuldungsgrad soll sichergestellt werden
Die Sicherstellung eines niedrigen Verschuldungsgrads, vor allem durch die Erzielung starker Free Cashflows sowie durch die Optimierung der Nettokreditverschuldung, bleibt im Fokus der langfristigen Finanzstrategie.
Der Verschuldungsgrad, gemessen an der Kennzahl Adjusted Net Debt/Adjusted EBITDA, berücksichtigt neben der Nettokreditverschuldung (inklusive der finanziellen Verpflichtungen aus Lease-Verträgen vor allem für Immobilien und Flugzeuge) auch die Netto-Pensionsverpflichtungen. Diese werden aktiv gemanagt. Die Lufthansa Group hat zur Begrenzung des weiteren Anstiegs der Verbindlichkeiten größtenteils auf ein beitragsorientiertes Pensionssystem umgestellt. Für die größten verbleibenden leistungsorientierten Pensionspläne wurde die Allokation des Pensionsvermögens im Rahmen der Einführung eines sogenannten Liability Driven Investments (LDI) angepasst. Dies zielt darauf ab, die Zinssensitivität des Planvermögens stärker an jene der Pensionsverpflichtungen anzugleichen, um die Volatilität der Pensionsrückstellungen dauerhaft zu verringern. Die Nettokreditverschuldung betrug zum Ende des Geschäftsjahres 2025 6.406 Mio. EUR. Sie lag damit trotz des positiven Free Cashflows aufgrund der Zins- und Dividendenzahlungen sowie des Zugangs von Leasingverbindlichkeiten insbesondere durch die Sale-and-Lease-back- Transaktionen um 12 % über dem Vorjahreswert (Vorjahr: 5.744 Mio. EUR).
Die Netto-Pensionsverpflichtungen sanken dagegen im Berichtsjahr zinsbedingt um 26 % auf 1.902 Mio. EUR (Vorjahr: 2.566 Mio. EUR). In Kombination mit dem gestiegenen Adjusted EBITDA verringerte sich die Kennzahl Adjusted Net Debt/Adjusted EBITDA zum Jahresende 2025 auf 1,8 (Vorjahr: 2,0).
Adjusted Net Debt / Adjusted EBITDA
| 2025 in Mio. EUR | 2024 in Mio. EUR | Veränderungen in % | |
|---|---|---|---|
| Nettokreditverschuldung1) | 5.909 | 5.497 | 7 |
| Netto-Pensionsverpflichtungen | 1.902 | 2.566 | -26 |
| Adjusted Net Debt | 7.811 | 8.063 | –3 |
| Adjusted EBIT | 1.960 | 1.645 | -19 |
| Abschreibungen | 2.369 | 2.337 | 1 |
| Adjusted EBITDA | 4.329 | 3.982 | 9 |
| Adjusted Net Debt/ Adjusted EBITDA | 1,8x | 2,0x | +0,2x |
1) Zur Ermittlung des Adjusted Net Debt wurden hier 50 % der 2015 begebenen Hybrid-Anleihe (247 Mio. EUR) und 50 % der 2025 begebenen Hybrid-Anleihe (250 Mio. EUR) herausgerechnet. Herleitung der Nettokreditverschuldung Geschäftsbericht S. 46.
Sicherung des Investment Grade Ratings
Die Deutsche Lufthansa AG wird von allen führenden Ratingagenturen mit Investment Grade bewertet. Standard & Poor’s, Fitch Ratings sowie Scope Ratings bewerten die Deutsche Lufthansa AG jeweils mit einem Investment-Grade-Rating von „BBB–“ und dem Ausblick „stabil“. Das Rating von Moody’s liegt bei Baa3 und damit ebenfalls auf Investment-Grade-Niveau mit dem Ausblick „stabil“.
Der Konzern strebt an, dauerhaft als Investment Grade eingestuft zu werden. Eine solche Beurteilung der Unternehmensbonität sichert einen guten Kapitalmarktzugang und niedrige Finanzierungskosten und damit einen guten finanziellen Handlungsspielraum des Unternehmens. Voraussetzung für ein Investment-Grade-Rating sind unter anderem eine gute Profitabilität und ein adäquater Verschuldungsgrad.
Lufthansa Group profitiert von gutem Kapitalmarktzugang und nutzt diversifizierte Finanzierungsquellen
Auch im Geschäftsjahr 2025 nahm die Lufthansa Group erfolgreich neue Mittel am Kapitalmarkt auf und profitierte dabei von attraktiven Konditionen in Verbindung mit ihrem Investment-Grade-Rating. Über die Platzierung einer Hybridanleihe, einer Wandelanleihe, acht Schuldscheindarlehen sowie sechs Flugzeugfinanzierungen wurden insgesamt 2.266 Mio. EUR aufgenommen. Außerdem nutzte die Lufthansa Group diverse andere Instrumente zur Finanzierung wie zum Beispiel Sale-and-Lease-back und Japanese Operating Leases.
Auch zukünftige Finanzierungen richten sich nach der Notwendigkeit für Investitionen und zielen auf die Minimierung von Finanzierungskosten ab. Diese werden im Wesentlichen durch das Rating der Lufthansa Group sowie die am Markt herrschenden Konditionen bestimmt. Durch Differenzierung der Finanzierungsinstrumente werden ein breiter Finanzierungsmix, günstige Finanzierungskosten, ein ausgeglichenes Fälligkeitenprofil und ein diversifiziertes Portfolio von Fremdkapitalgebern erzielt.
Neu aufgenommene Darlehen oder Anleihen können grundsätzlich sowohl fest als auch variabel verzinst sein. Die Lufthansa Group verfolgt eine „Net Fix Hedging Strategie“. Das heißt, dass die Höhe variabel verzinster Verbindlichkeiten die Höhe der zu einem variablen Zinssatz angelegten Finanzmittel nicht übersteigen soll, sodass die Nettoverschuldung fest verzinst ist und marktweite Zinsveränderungen keine wesentlichen Auswirkungen auf die Zinslast des Konzerns haben. Diese Strategie wird im Wesentlichen durch Derivate gesteuert.
Strukturiertes Risikomanagement minimiert Finanzrisiken
Die finanzielle Stabilität des Konzerns wird außerdem durch ein integriertes Risikomanagement gewahrt. Die Absicherung von Treibstoff-, Währungs- und Zinsänderungsrisiken dient dazu, kurzfristige Finanzrisiken für die Lufthansa Group zu minimieren. Dabei werden Preisschwankungen durch ein regelbasiertes Vorgehen geglättet. Veränderungen der Treibstoffkosten können so frühzeitig in der Preisgestaltung berücksichtigt werden.
