Glossar

Finanzbegriffe

Emittenten sind nach dem Wertpapierhandelsgesetz verpflichtet, wichtige Nachrichten des Unternehmens, die den Börsenkurs erheblich beeinflussen könnten, "ad hoc" - also sofort - zu veröffentlichen. Dies soll ausschließen, dass kursrelevante Nachrichten nur "Insidern" bekannt sind, die daraus Vorteile ziehen können. Die Nachrichten müssen zunächst dem Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel und den Börsengeschäftsführungen gemeldet werden, die darüber entscheiden, ob der Kurs der Aktie ausgesetzt werden muss.

Das American Depositary Receipt (ADR) ist eine Hinterlegungsurkunde, die in den USA anstelle einer ausländischen Aktie an der Börse gehandelt wird. Die Notierung erfolgt in US-Dollar, auch die Dividendenzahlung erfolgt in US-Dollar. Dies erleichtert in den USA den Handel mit Lufthansa Aktien. Denn so können auch Investoren, die nur Aktien ausländischer Unternehmen kaufen dürfen, die an einer amerikanischen Börse gelistet sind, Lufthansa Anteile erwerben. Der Anleger hat alle Rechte und Pflichten, die auch ein Stammaktionär hat: Er erhält eine Dividende, er hat das Recht auf Informationen und kann bei der Hauptversammlung sein Stimmrecht ausüben. Ein ADR hat denselben Wert wie eine Lufthansa Aktie.

Ein Aufgeld, das dem Nennwert eines Wertpapiers hinzugerechnet wird. Daraus resultiert die einfache Formel: Nennwert einer Aktie plus Agio gleich Kurs. Üblich ist ein solches Aufgeld bei der Ausgabe (Emission) von Aktien und teilweise auch bei Anleihen.

Unter dem Begriff Aktie versteht man sowohl die Mitgliedschaftsrechte (Beteiligung an der Aktiengesellschaft) als auch das Wertpapier, das diese Rechte verkörpert. Der Inhaber einer Aktie (Aktionär) ist "Teilhaber" am Vermögen der Aktiengesellschaft. Die Bestimmungen des Aktiengesetzes schützen seine Rechte.

Zu den bekanntesten Indices gehört der DAX® (Aktienindex der Deutschen Börse für die an der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelten Standardwerte), der FAZ-Index (Index der Frankfurter Allgemeinen Zeitung), der Dow Jones (USA), der Nikkei Index (Japan) sowie der britische Financial Times-Index (FTSE). Der Aktien-Index steht für den statistischen Durchschnittswert bestimmter Aktien. > DAX®

Einfach ausgedrückt: der „Preis" für eine Aktie, der auf dem Markt zu zahlen ist und der sich - wie auf allen Märkten üblich - nach Angebot und Nachfrage richtet. Einen genauen Überblick über die aktuellen Kurse geben die Börsenseiten der überregionalen Tageszeitungen. Dort erfährt der Leser jedoch mehr als nur den Preis der Aktie vom Vortag. Viele Informationen verbergen sich hinter Kürzeln:

b für: bezahlt. Dieser Zusatz deutet auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage hin.

G für: Geld. Zu dem aktuellen Kurs bestand zwar Nachfrage nach der jeweiligen Aktie, es gab jedoch kein Angebot, mithin keine Umsätze.

BG für: bezahlt Geld. Die Nachfrage konnte nicht vollständig befriedigt werden.

B für: Brief. Es gab zu dem genannten Kurs lediglich Verkaufsaufträge (also Angebot), aber keine Nachfrage. Deshalb keine Umsätze.

bB für: bezahlt Brief. Dem Angebot stand nur eine mäßige Nachfrage gegenüber. Nicht alle Verkaufsaufträge konnten ausgeführt werden.

r oder rat für: repariert bzw. rationiert. Zuteilung von Kauf- und Verkaufsaufträgen angesichts einer besonders turbulenten Entwicklung von Angebot und Nachfrage.

ex oder exD für: ex Dividende. Dieser Zusatz erscheint am ersten Tag nach der Dividendenausschüttung. Der Aktionär muß also ein Jahr bis zur nächsten Dividendenzahlung warten.

exB für: ex Bezugsrecht zeigt an, daß die Aktie ab diesem Tag ohne Bezugsrecht notiert wird. Bezugsrechte erhält ein Aktionär bei der Ausgabe neuer Aktien durch das betreffende Unternehmen.

Elektronisches Verzeichnis der Aktieninhaber von Namensaktien. Die Depotbanken übermitteln Zu- oder Abgänge elektronisch und tragen alleine die Verantwortung für die Richtigkeit der Bestände. Ausschlaggebend für die Wahrnehmung des Stimmrechts bei der Hauptversammlung ist der zum Hinterlegungs-Stichtag im Aktienregister eingetragene Bestand.

Mit diesem Verfahren erwirbt eine Aktiengesellschaft eigene Aktien und lässt damit Kapital an die Aktionäre zurückfließen. Aus diesen Aktien stehen der Gesellschaft keine Rechte (Stimmrecht, Dividendenanspruch, Bezugsrecht etc.) zu.

Auch Emissionspreis genannt. Kaufpreis, zu dem neue Aktien zugeteilt werden. Der Preis wird über Bookbuilding Verfahren ermittelt. > Bookbuilding

An der Spitze der Verwaltung einer Aktiengesellschaft stehen Aufsichtsrat und Vorstand. Der Aufsichtsrat ernennt den Vorstand, überwacht und berät ihn bei der Geschäftsführung. Der Vorstand leitet die laufenden Geschäfte des Unternehmens.

Das englische Wort für Bär steht synonym für Baisse, also für einen Zustand rückläufiger Aktienkurse. Die schweren Bärentatzen, so die hinter diesem Bild stehende Vorstellung, drücken die Kurse nach unten. Der Kontrahent des Bären ist der Bulle (bull), der für eine Hausse (steigende Kurse) steht.

Viele Aktiengesellschaften bieten ihren Mitarbeitern Aktien des eigenen Unternehmens zum Erwerb an. Der Kaufpreis liegt üblicherweise unter dem Börsenkurs. Die Inhaber erhalten dieselben Rechte wie die anderen Aktionäre. Belegschaftsaktien genießen Steuervergünstigungen, wenn sie sechs Jahre festgelegt werden. Vor Ablauf der Sperrfrist können sie nur unter Verlust dieser Begünstigungen verkauft werden.

Damit bezeichnet man das Recht des Aktionärs, bei einer Kapitalerhöhung neue (junge) Aktien seiner Gesellschaft zu erwerben. Wenn die Aktionäre auf die Ausübung verzichten wollen, können sie die Bezugsrechte an der Börse verkaufen.

Sammeln der eingehenden Kaufanträge. Diese Methode verringert das Risiko, mit einem nicht marktgerechten Ausgabenpreis an der Börse zu starten. Auf der Basis von Gesprächen mit Großinvestoren wird eine Preisspanne errechnet. Während der anschließenden, eigentlichen Bookbuilding-Phase werden alle Kaufgebote gesammelt und der Ausgabekurs ermittelt.

Bestimmten Regeln unterworfener „ Marktplatz" für Wertpapiere, Devisen oder Waren. Durch das Zusammentreffen von Angebot und Nachfrage entsteht der Preis. Folgende Börsen gilt es zu unterscheiden: Wertpapier- (oder Effekten-) Börsen - Devisenbörsen - Warenbörsen.

Das englische Wort für Stier steht symbolhaft für Hausse. > Hausse

Kennzahl zur Beurteilung der Finanz- und Ertragskraft eines Unternehmens. Der Cashflow wird ermittelt aus dem Zufluss und Abfluss von Zahlungsmitteln und Zahlungsmittel-Äquivalenten aus der laufenden Geschäftstätigkeit.

Wertschaffungsmaßstab.
Er ist aus dem Cashflow abgeleitet und bestimmt den Shareholder Value eines Geschäftsbereichs, der als Überschuss über die Kapitalkosten erwirtschaftet wurde.

Methode, um Erkenntnisse über die Kursentwicklung einer Aktie zu erhalten. Anhand von Charts, auf denen die Kursentwicklung in einer präzise ausgearbeiteten Kurve dargestellt ist, kann der Analyst erkennen, wie sich der Kurs in der Vergangenheit in bestimmten Situationen entwickelt hat. Daraus leitet er Prognosen für die Zukunft ab.

Compliance soll das rechtmäßige Verhalten eines Unternehmens, seiner Leitungsorgane und Mitarbeiter im Hinblick auf die Einhaltung relevanter gesetzlicher Ge- und Verbote sicherstellen. Lufthansa hat dazu ein Compliance Office eingerichtet. Hier wird ein Insiderverzeichnis geführt, das sämtliche Personen mit Zugang zu Insiderinformationen umfasst. Eine aus verschiedenen Fachbereichen zusammengesetzte Ad-hoc-Clearingstelle prüft Sachverhalte auf ihre Ad-hoc-Relevanz.

Der Begriff "Corporate Governance" steht für die verantwortliche Leitung und Kontrolle eines Unternehmens. Um die Führungsstrukturen international tätiger Firmen vergleichbar zu machen, wurden Corporate Governance-Standards entwickelt, die für deutsche Unternehmen im Deutschen Corporate Governance Kodex zusammengestellt wurden. Es besteht eine gesetzliche Verpflichtung für alle deutschen börsennotierten Unternehmen, alljährlich zu erklären, inwiefern den Empfehlungen entsprochen wurde und wird.

DAX®-Index - Das Fieberthermometer der deutschen Wertpapierbörse, mit dem allerdings nicht in Grad Celsius, sondern in Punkten gemessen wird. Grundlage des DAX® sind die Kurse von 30 deutschen Standardwerten aus verschiedenen Branchen. Hierzu zählt z.B. auch die Deutsche Lufthansa. > Aktien Index

Bei der Wartung und Überholung von Flugzeugen steht D-Check für das zeitaufwendigste Ereignis, in dem das Flugzeug in seine Einzelteile zerlegt und jedes Bauteil akribisch untersucht und wo nötig erneuert wird. In Analogie zur Generalüberholung eines Flugzeugs hat das im Juni 2001 aufgelegte Projekt "D-Check" den Lufthansa Konzern auf den Prüfstand gestellt. Das Projekt wurde am 15. Februar 2004 abgeschlossen. Es hat statt der avisierten 1,1 Mrd. EUR eine Cashflow-Verbesserung von insgesamt 1,6 Mrd. EUR erzielt.

Einrichtung der Kreditinstitute zur Verwaltung von Wertpapieren für ihre Kunden. Die Papiere können gesondert für jeden Kunden in einem Streifband (Streifbanddepot) oder mit Zustimmung des Kunden auch bei einer Wertpapiersammelbank (Girosammeldepot) verwahrt werden. Letzteres ist die übliche und kostengünstigere Form. In beiden Fällen sind die Kundendepots getrennt von den Eigenbeständen der Bank, sie unterliegen somit nicht dem Zugriff der Gläubiger der Bank.

Unter "Directors' Dealings" versteht man den Handel von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern oder deren Angehörigen mit Wertpapieren "ihres" Unternehmens. Es besteht die gesetzliche Verpflichtung, diese Geschäfte zu melden, wenn sie innerhalb von 30 Tagen die Bagatellgrenze von 25 000 Euro überschreiten.

Gewinnanteil des Aktionärs. Der Dividendensatz wird pro Aktie meist in Prozenten vom Nennwert ausgedrückt. Über die Höhe der Dividende entscheidet die Hauptversammlung nach Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat der Aktiengesellschaft. Die Dividende wird – in der Regel über die depotführende Bank – am Tag nach der Hauptversammlung ausgezahlt für die Aktien, die der Aktionär am Tag der Hauptversammlung besitzt.

Kennzahlen für die Beurteilung der Rentabilität einer Aktienanlage. Sie wird ermittelt, indem man die Dividende durch den Aktien-Schlusskurs des Berichtsjahres dividiert und mit 100 multipliziert.

Wertpapier-Dienstleistung einer Direktbank ohne individuelle Anlageberatung. Das ist eine kostengünstige Alternative für den im Wertpapiergeschäft bereits erfahrenen Anleger.

Finanz-Kennzahl.
Sie wird ermittelt aus dem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Der Begriff Abschreibungen umfasst hier neben den Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände, Sach- und Finanzanlagen sowie Wertpapiere des Umlaufvermögens auch die im Beteiligungsergebnis enthaltenen Abschreibungen der Goodwills aus der Equity-Bewertung.

Finanz-Kennzahl.
Sie wird ermittelt aus dem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Der Begriff Abschreibungen umfasst hier neben den Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände, Sach- und Finanzanlagen sowie Wertpapiere des Umlaufvermögens auch die im Beteiligungsergebnis enthaltenen Abschreibungen der Goodwills aus der Equity-Bewertung.

Steht synonym für Wertpapiere.

Finanz-Kennzahl.
Sie gibt den Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital an.

Finanz-Kennzahl.
Damit bezeichnet man das Verhältnis von Ergebnis nach Steuern/Konzernergebnis zum eingesetzten Eigenkapital.

Emittenten sind in der Regel Unternehmen oder Behörden, die Wertpapiere ausgeben.

Bilanzierungsmethode von Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures. Danach werden diese von der bilanzierenden Gesellschaft entsprechend ihrem Anteil am Reinvermögen (Equity) der Beteiligung bewertet.

Festsetzung eines Börsenkurses.

Finanz-Kennzahl.
Zeigt die in der Berichtsperiode nach Abzug der für Investitionstätigkeit eingesetzten Nettozahlungsmittel verbliebenen Zahlungsmittel vom operativen Cashflow.

Finanz-Kennzahl.
Sie zeigt das Verhältnis von Netto-Kreditverschuldung zum Eigenkapital.

Jährlicher Rechenschaftsbericht einer Aktiengesellschaft über den Geschäftsverlauf und die Lage der Gesellschaft. Im Geschäftsbericht wird der Jahresabschluss abgedruckt und erläutert. Er steht allen Aktionären zur Verfügung.

Der Name führt zunächst in die Irre. Gratisaktien haben nichts mit Geschenken zu tun. Gratisaktien erhält der Aktionär entsprechend seinen Anteilen, wenn ein Unternehmen zusätzliche Aktien ausgibt, um damit Kapital- oder Gewinnrücklagen in Grundkapital zu verwandeln. Der Aktionär besitzt zwar mehr Aktien, das einzelne Wertpapier ist aber weniger wert.

Mit Goodwill wird der Wert der Marktstellung, des Know-hows und des Images eines Unternehmens, also der Firmenwert, bezeichnet. Dabei handelt es sich um ein immaterielles Wirtschaftsgut, das beim Kauf als Differenz zwischen den Zeitwerten der Vermögensgegenstände und Schulden sowie dem Kaufpreis sichtbar wird. Der Goodwill muss jährlich und bei Eintritt außergewöhnlicher Anlässe auf Werthaltigkeit überprüft und ggf. außerordentlich abgeschrieben werden. Eine lineare Abschreibung ist nach IFRS nicht mehr möglich.

Das in der Satzung einer Aktiengesellschaft festgelegte Kapital. Die Satzung legt auch fest, in wie viele Anteile das Grundkapital eingeteilt ist. Die Gesellschaft gibt Aktien in Höhe ihres Grundkapitals aus. (Siehe Nennwert, Stückaktie

Mindestens einmal jährlich kommen die Aktionäre einer Aktiengesellschaft zur Hauptversammlung zusammen. Diese wählt den Aufsichtsrat und den Abschlussprüfer, fasst Beschlüsse über die Verwendung des ausgewiesenen Jahresgewinns, über Maßnahmen der Kapitalbeschaffung , über Satzungsänderungen und andere grundsätzliche Fragen. Nur sie kann den Aufsichtsrat und den Vorstand entlasten.
Bei Aktiengesellschaften mit Inhaberaktien erfolgt die Einladung der Aktionäre über die depotführende Bank. Aktiengesellschaften mit Namensaktien laden ihre Aktionäre selbst ein, wenn sie im Aktienregister verzeichnet sind.

bezeichnet eine von aufwärtsgerichteten Kursen bestimmte Atmosphäre an der Börse. > Bull

Internationale Rechnungslegungsvorschriften (International Financial Reporting Standards/International Accounting Standards). Sie ermöglichen die Vergleichbarkeit der Abschlüsse von in verschiedenen europäischen Ländern tätigen Unternehmen. Und sie berücksichtigen verstärkt die Informationsfunktion für den Investor, als anonymer Teilnehmer der organisierten Kapitalmärkte. Entwickelt wurden die IFRS-Standards vom International Accounting Standards Committee (IASC), London, das sich 2001 nach einer Umstrukturierung in IASB (International Accounting Standards Board) umbenannte. Die bis dahin verabschiedeten Standards wurden nach und nach modifiziert oder vom IASB durch neue Standards ersetzt. Die grundlegend neuen Standards heißen IFRS, die weiterhin gültigen früheren Standards behalten die Bezeichnung IAS. Kapitalmarktorientierte Unternehmen haben ab 2005 ihre Konzernabschlüsse nach IFRS zu erstellen. Die Lufthansa Konzernabschlüsse werden bereits seit 1998 nach IFRS erstellt, ab Anfang 2005 wurden die neuen seit 1. Januar 2005 Standards berücksichtigt. Zur Bemessung der Ausschüttung und der Besteuerung ist trotzdem weiterhin ein HGB-Einzelabschluss aufzustellen. (Weitere Informationen zu IFRS/ IAS siehe www.ifrs-portal.com.)

> Aktien Index

Damit bezeichnet man im Börsenhandel Personen, die aufgrund ihrer beruflichen Stellung oder sonstiger Umstände einen Informationsvorsprung haben. Die Ausnutzung bei Wertpapiergeschäften zum eigenen Vorteil ist verboten. Verstöße können mit Freiheits- oder Geldstrafen beahndet werden.

Er umfasst die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung eines Unternehmens. Bei einer Aktiengesellschaft wird er vom Vorstand aufgestellt, durch einen staatlich vereidigten Wirtschaftsprüfer auf seine Ordnungsmäßigkeit geprüft und vom Aufsichtsrat überprüft.

Möchte eine Aktiengesellschaft ihr Eigenkapital erhöhen, so gibt sie neue Aktien aus (Aktienemission). Geschieht dies mitten im Geschäftsjahr, so hat der Käufer noch keinen Anspruch auf die volle Dividende, was sich auf den Kurs des Wertpapiers auswirkt. Man spricht deshalb von „Jungen Aktien". Erst im darauffolgenden Geschäftsjahr werden diese Aktien den anderen gleichgestellt.

In Deutschland können Kunden keine Direktaufträge an die Börse erteilen. Die Auftragserteilung und -abwicklung erfolgt ausschließlich über Kreditinstitute. Wesentliche Elemente des Kaufantrages sind: die Stückzahl der Aktien oder der Euro- Betrag, den Sie in Lufthansa Aktien investieren möchten, die Bezeichnung des Papieres unter Angabe der Wertpapier-Kennnummer und die Angabe eines Limits.

Steht für „Kurs-Informations-Service-System". Dieses System registriert und übermittelt die Kurse aller an der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelten Aktien sowie Wandelanleihen, Optionsanleihen und Optionsscheine. Darüber hinaus errechnet KISS den Deutschen Aktienindex (DAX). > Aktien Index

Gruppe der Tochterunternehmen eines Konzerns, die in den Konzernabschluss einbezogen werden.

Banken, die die Börseneinführung eines Unternehmens mit vorbereiten und begleiten. Für Kunden dieser Banken gelten einheitliche und transparente Kriterien bei der Zuteilung.

Der Preis der Aktie bildet sich nach Angebot und Nachfrage an der Börse. Der jeweilige Börsenpreis heißt Kurs. Zu unterscheiden von Nennwert einer Aktie. > Nennwert einer Aktie

Posten zur Darstellung steuerlicher Bewertungsunterschiede. Latente Steuern bildet man bei zeitlich begrenzten Differenzen zwischen Konzernbilanz und Steuerbilanz, um den Steueraufwand entsprechend dem Konzernergebnis auszuweisen.

Möglichkeit, den Kauf von Aktien an einen Höchstpreis zu koppeln, den man bereit ist zu zahlen.

Für Mitarbeiter im Inland sowie für die ins Ausland entsandten Mitarbeiter bestehen betriebliche Altersversorgungszusagen, deren Finanzierung überwiegend über Pensionsrückstellungen erfolgt. Lufthansa hat 2004 mit dem Aufbau eines Fondsvermögens zur Finanzierung künftiger Rentenzahlungen begonnen. Im Jahr 2004 wurden 565 Mio. EUR dotiert, 2005 wurden 465 Mio. EUR in den Pension Trust überführt. Ziel ist die vollständige Ausfinanzierung der Versorgungsverpflichtungen innerhalb von 10 bis 15 Jahren. Die bisher in der Bilanz ausgewiesenen Pensionsrückstellungen wurden um den Wert des Trustvermögens zum Stichtag gekürzt. Es ist geplant, den Trust jährlich mit durchschnittlich 565 Mio. EUR zu dotieren.

Die Spanne zwischen Ankaufs- und Verkaufskursen.

Nach Ladenschluss geht normalerweise nichts mehr. Nach Börsenschluss freilich ist noch manches zu bewegen - im nachbörslichen Handel. Der allerdings bleibt den Banken vorbehalten, die auch nach der offiziellen Börsenzeit Wertpapiergeschäfte per Telefon abwickeln können. Der nachbörsliche Handel wird über das Computerhandelssystem XETRA abgewickelt.

Auf den Namen lautende Aktien. Name, Adresse und Aktienbestand des Aktieninhabers werden von den Depotbanken ins Aktienregister der Gesellschaft transferiert. Anders als bei Inhaberaktien erfolgen Einladung zur Hauptversammlung und Zusendung der Eintrittskarte direkt von der Gesellschaft und nicht über die Depotbank. Depotvollmachten sind nur wirksam, wenn die Bank eine Weisung einholt.

Amerikanische Computerbörse (National Association of Securities Dealers Automated Quotation System), die vor allem einen Markt für Technologieunternehmen darstellt. Sie ist nach der Zahl der notierten Aktiengesellschaften die größte Aktienbörse.

Der Nennwert - er ist bei Nennwertaktien auf dem Wertpapier abgedruckt - gibt an, mit welchem Anteil der Aktionär am Grundkapital und damit am gesamten Vermögen seiner Aktiengesellschaft beteiligt ist. Der geringste Nennwert einer Aktie ist nach dem Aktiengesetz 1 Euro; alle höheren Nennwerte lauten auf ein Vielfaches davon. Zu unterscheiden vom Kurswert. Siehe auch >Stückaktie. > Kurswert

Finanz- Kennzahl.
Sie zeigt die langfristigen Finanzschulden abzüglich der flüssigen Mittel und der Wertpapiere des Umlaufvermögens.

Vom Finanzamt dem Anleger bei Vorliegen bestimmter Einkommensgrenzen ausgestellte Urkunde, wonach dieser nicht zur Einkommenssteuer veranlagt wird und ihm deshalb der Gesamtertrag aus dem Besitz an Wertpapieren (Dividende, Zinsen, Erträge aus Investmentanteilen usw.) zusteht.

Die durch das Prinzip von Angebot und Nachfrage zustandegekommenen Börsenkurse werden festgelegt oder amtlich notiert. Um an der Börse notiert zu werden, muß ein Unternehmen bestimmte Voraussetzungen erfüllen.

Ergebnisgröße.
Das operative Ergebnis wird ermittelt aus dem Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit, bereinigt um Buchgewinne und -verluste, Rückstellungsauflösungen, Kursgewinne und -verluste aus Stichtagsbewertungen langfristiger Finanzschulden und sonstige aperiodische Erträge und Aufwendungen (aperiodische Posten).

Optionen gehören zu den sogenannten derivaten („abgeleiteten") Finanzprodukten. Sie sind an sich ohne Substanz und beziehen sich stets auf bestimmte Basiswerte. Dabei kann es sich um Aktien, fremde Währungen oder Aktienindices handeln.

Diese Wertpapiere bieten dem Inhaber neben einer festen Verzinsung ein befristetes Bezugsrecht (Opiton) auf Aktien des betreffenden Unternehmens. Bezugspreis und Bezugsverhältnis für diese Aktie werden vor der Emission festgelegt. Nach Ausübung des Bezugsrechs oder Trennung des Optionsrechts bleibt die Optionsanleihe bis zu ihrer Rückzahlung als gewöhnliche Schuldverschreibung bestehen. Es können auch Anleihen mit Optionsscheinen angeboten werden, die zum Bezug weiterer Anleihen berechtigen.

Zustand, bei dem der Nennwert einer Aktie dem Kurswert entspricht. Liegt der Kurs über dem Nennwert, spricht man von „über pari". Im umgekehrten Fall von „unter pari". Die Neuemission einer Aktie darf nicht „unter pari" erfolgen.

Bandbreite zwischen Mindest- und Höchstpreis, zu dem neue Aktien innerhalb des Bookbuilding geordert werden können.

Unmittelbar an der Quelle abgeschöpfte Steuer. Hauptsächlich in der Diskussion über die Vereinheitlichung der Besteuerung von Zinserträgen verwendet. In Deutschland überweisen Kreditinstitute seit Einführung des sogenannten Zinsabschlags automatisch 30 Prozent der Kapitalerträge an den Fiskus, es sei denn, der Anleger hat seiner Bank einen Freistellungsantrag entsprechend seinen individuellen Freibeträgen erteilt.

Verzinsung der Geldanlage.

Als Shareholder Value bezeichnet man die Wertschöpfung für den Aktionär. Eine am "Shareholder Value" orientierte Unternehmenspolitik hat zum Ziel, dem Aktionär eine angemessene Rendite seiner Anlage zu bieten.

Kursgewinne müssen nicht versteuert werden, wenn der Erwerb der Aktien länger als zwölf Monate zurückliegt. Wird hingegen innerhalb von zwölf Monaten verkauft, erkennt das Finanzamt einen Spekulationsgewinn, der versteuert werden muß.

Sie weist keinen Nennwert aus, ihr Anteil am Grundkapital wird nur nach der Zahl der ausgegebenen Aktien bestimmt. Alle Stückaktien verkörpern denselben Anteil an der Gesellschaft.

Zuführung von einbehaltenen Gewinnen zum Eigenkapital. Sie dient der Stärkung der Finanzkraft eines Unternehmens.

Finanzkennzahl.
Sie zeigt die Rendite, die der Anleger aus der Steigerung des Börsenwertes bzw. Aktienkurses plus der Dividendenzahlungerwirtschaftet. Den Total Shareholder Return ermittelt man aus: Schlusskurs des Berichtsjahres plus ausgezahlte Dividende aus dem Vorjahr, multipliziert mit 100, dividiert durch den Schlusskurs des Vorjahres.

Konjunktureller Umschwung. Zeitpunkt, ab dem es in der Wirtschaft nach einer Phase der Rezession wieder aufwärts geht, beziehungsweise - im negativen Fall - ab dem eine boomende Konjunktur in eine Krise gerät. Optimismus und steigende Kurse an den Börsen gehören zum Beispiel zu den Frühindikatoren einer wirtschaftlichen Belebung.

Finanz-Kennzahl.
Sie gibt das Verhältnis von Ergebnis vor Steuern/Konzernergebnis zu Umsatzerlösen an.

Die Zahl der nachgefragten Aktien liegt über dem Angebot. Im Falle einer Überzeichnung erfolgt die Zuteilung für Kunden der Konsortialbanken nach festgelegten Kriterien. > Zeichnung

Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder. Sie gewährt Beschäftigten im Öffentlichen Dienst eine zusätzliche Altersversorgung - bis 1994 auch bei Lufthansa, damals zu über 50 Prozent in öffentlicher Hand. Nach dem Ausstieg aus der VBL hat Lufthansa sich per Tarifvertrag zur sog. "VBL-gleichen Versorgung" verpflichtet. Ab 1995 eingestellte Mitarbeiter erhalten eine Betriebsrente nach der "Neuen Betrieblichen Altersversorgung". Im Sommer 2003 hat Lufthansa die VBL-gleiche Altersversorgung abgelöst und zum Stichtag 1. Januar 2002 in die "Neue Betriebliche Altersversorgung" überführt. Sie wurde gleichzeitig in Lufthansa Betriebsrente umgenannt.

Erlöse aus dem reinen Flugbetrieb. Dazu zählen Umsätze, die im Passagier- und Frachttransport und damit zusammenhängenden Nebenleistungen erzielt wurden.

Begriff für die Bindung des Übertragungsrechts an die Genehmigung des Emittenten.

Handel mit börsennotierten Wertpapieren noch vor der offiziellen Börsenzeit. Geschieht dies nach Börsenschluß, spricht man von „nachbörslichem Handel". Beiden kommt die Funktion eines Stimmmungsbarometers zu, welches das zu erwartende Bösenklima anzeigt.

Der Vorstand leitet die Geschäfte des Unternehmens und vertritt es nach außen. (siehe auch unter > Aufsichtsrat)

= Wandelschuldverschreibung. Ihr Inhaber kann diese während der Laufzeit der Anleihe zu einem vorher festgelegten Verhältnis in Aktien umwandeln. Ob die Wandlungsmöglichkeit für den Inhaber interessant ist, hängt von der Entwicklung des Aktienkurses ab. Wenn das Wandlungsrecht nicht ausgeübt wurde, wird die Anleihe am Ende der Laufzeit zurückgezahlt (getilgt). Ähnlich: >Optionsanleihe.

Außerplanmäßige Abschreibung von Vermögenswerten. Eine Wertberichtigung wird notwendig, wenn der "erzielbare Betrag" unter den Buchwert gesunken ist. Der "erzielbare Betrag" wird zum Bilanzstichtag ermittelt: Nettoveräußerungspreis und Nutzungswert des Vermögenswertes werden überprüft und notfalls korrigiert, als "erzielbarer Betrag" gilt dann der höhere der beiden Beträge. Planmäßige Abschreibungen stellen dagegen die systematische Verteilung des Abschreibungsvolumens eines Vermögenswertes über dessen Nutzungsdauer dar.

Identifikationsnummer für Wertpapiere (Aktien, Immobilienfonds usw.) Die sechsstellige Nummer dient zur Erleichterung des deutschen Wertpapierverkehrs.

Finanz-Kennzahl.
Zur Beurteilung der Liquidität eines Unternehmens wird die Differenz zwischen Umlaufvermögen und kurzfristigen Verbindlichkeiten ermittelt.

Elektronisches Börsenhandelssystem, das 1997 in Deutschland das bis dahin genutzte Ibis-System ablöste. Unter XETRA können Aktien theoretisch rund um die Uhr gehandelt werden. Das neue System soll eines Tages auch dem Kleinanleger die Möglichkeit bieten, Wertpapiere außerhalb der üblichen Börsenzeiten zu günstigen Konditionen zu ordern.

> Rendite

Verpflichtung eines Anlegers gegenüber seiner Bank, Wertpapiere gegen einen bestimmten Betrag zu übernehmen. > Überzeichnung

Begriffe aus dem Luftverkehr

Zeit, in der ein Flugzeug "off blocks" ist. Eingeschlossen sind die Stunden vom Abrollen des Flugzeugs zum Start ("off blocks") bis zum Stillstand nach der Landung ("on blocks").

Mit Budget / No-Frills bezeichnet man Fluggesellschaften mit überwiegend niedrigen Preisen, jedoch ohne jeden Service an Bord und Boden. Die Abflüge erfolgen meist von Sekundärflughäfen, bspw. Flughafen Hahn.

Durchschnittlich pro Leistungseinheit erzielten Erlöse. Sie beziehen sich auf verkaufte Sitz-/ Passagier- oder Tonnenkilometer, können aber auch für reine Mengeneinheiten - etwa pro Passagier oder Kilometer - ermittelt werden.

Europäische Umwelt-Verordnung.
Sie zertifiziert über einen unabhängigen Gutachter das Einhalten verbindlich festgelegter Umweltziele.

Drehkreuz. In der Luftfahrt ist ein Hub ein zentraler Verkehrsknotenpunkt, bzw. der "Umsteigeflughafen" einer Fluggesellschaft. Fluggäste sowie Güter werden zunächst von ihrem Abflugsort zu einem "Heimatflughafen" der Airline (dem Hub) transportiert, um von dort mit Passagieren und Gütern aus anderen Abflugsorten - aber mit dem gleichen Ziel - zu ihrem Zielort zu fliegen.

Auslastung der Kapazitäten in Prozent. Der Nutzladefaktor bezeichnet das Verhältnis der verkauften zur angebotenen Leistung. Der Sitzladefaktor (SLF) gilt für die Passage, der Nutzladefaktor (NLF) für den Frachttransport oder die Gesamtleistung.

Das Geschäftsfeld Passagierbeförderung umfasst die in den Jahres-/Zwischenabschlüsse konsolidierten Passage-Fluggesellschaften Lufthansa, Lufthansa CityLine und Air Dolomiti sowie ab 31. Dezember 2005 die Eurowings-Gruppe (inkl. Germanwings). SWISS ist derzeit über AirTrust at equity im Segmentergebnis enthalten. Die veröffentlichten Verkehrszahlen umfassen die Leistungsdaten der Lufthansa Passage Airlines – das sind Lufthansa sowie die unter „Lufthansa Regional“ kooperierenden Fluggesellschaften Air Dolomiti, Augsburg Airways, CityLine, Contact Air und Eurowings.

Leistungseinheit im Luftverkehr. Ein verkaufter Sitz-/ Passagierkilometer (PKT) bedeutet: ein Passagier wird einen Kilometer weit befördert; ein verkaufter Tonnenkilometer (TKT): eine Tonne Ladung (Fracht, Passagiere oder beides) wird einen Kilometer weit transportiert.

Flugzeug-Leasing, das die Zeit bis zur Auslieferung eigener, neu bestellter Flugzeuge überbrückt. Lufthansa setzt bis zur Übernahme ihrer A330-300-Flotte im Laufe des Jahres 2004 sieben geleaste A330- und A340- Flugzeuge ein.

Das Leasing von Flugzeugen einschließlich Cockpit- und Kabinenbesatzung.