Lufthansa Group steigert Gewinn im ersten Halbjahr

Verbesserte Kostenstrukturen und geringere Abschreibungen: operativer Gewinn steigt um 41 Millionen Euro auf 114 Millionen Euro / Wettbewerbsbedingt sinkende Preise, Abwertung des venezolanischen Bolivar und Pilotenstreik belasten Ergebnis im zweiten Quartal / Konzern reduziert Angebotswachstum im Winter und geht mit Innovations- und Qualitätsprogramm in die Offensive / Gewinnprognose für 2014 und 2015 bestätigt

Die Deutsche Lufthansa AG hat das operative Ergebnis im ersten Halbjahr 2014 auf 114 Millionen Euro (Vorjahr: 73 Millionen Euro), und damit um 41 Millionen Euro, gesteigert. Der Umsatz ging in der gleichen Periode um knapp 2,1 Prozent auf 14,2 Milliarden Euro zurück. Bereinigt um Einmaleffekte in Höhe von insgesamt rund 105 Millionen Euro - etwa für den beschleunigten Einbau neuer Business Class Sitze bei Lufthansa oder für Rückstellungen im Rahmen des Score-Programms - stieg das operative Ergebnis um 75 Millionen Euro auf 219 Millionen Euro. Ausschlaggebend für diese Verbesserung waren Ergebniseffekte aus der bereits zum Jahresbeginn angepassten Abschreibungsmethode für Flugzeuge und Reservetriebwerke und verbesserte Kostenstrukturen im Passagiergeschäft. Das Konzernergebnis erhöhte sich im ersten Halbjahr um 124 Millionen Euro auf minus 79 Millionen Euro.

Simone Menne, Vorstand Finanzen und Aviation Services der Deutschen Lufthansa AG, sagte: „Für das Gesamtjahr 2014 bestätigen wir unsere Ergebnisprognose, trotz der außergewöhnlichen Belastungen im zweiten Quartal. Wir haben in diesem Quartal eine von vielen Einmaleffekten wie Streiks und Währungsabwertungen geprägte Entwicklung verzeichnet. Gleichzeitig haben wir ein umfassendes Arbeitsprogramm mit Qualitäts-, Wachstums- und Innovationsoffensiven vorgestellt, das wir mit aller Entschlossenheit vorantreiben. Damit schlagen wir auch für die Zukunft den richtigen Weg ein, um die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit der Lufthansa Gruppe zu stärken.“ Zu den bereits kommunizierten Zielen gehöre die Steigerung des Umsatzanteils aus neuen Geschäften, neuen Plattformen und aus den Service-Geschäftsfeldern von derzeit 30 Prozent auf 40 Prozent bis zum Jahr 2020, sagte Menne. 

Den positiven Effekten aus verbesserten Kostenstrukturen und aus den geringeren Abschreibungen standen vor allem im zweiten Quartal gewinnschmälernde Effekte gegenüber. Im Passagier- und im Frachtgeschäft führten Überkapazitäten, insbesondere auf Amerika-, Europa- und zuletzt auch auf Asien-Pazifik-Strecken, zu Preisrückgängen. Mit 60 Millionen Euro haben sich auch der Streik der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit bei Lufthansa im April, sowie Wertberichtigungen auf ausstehenden Forderungen in venezolanischem Bolivar mit 61 Millionen Euro auf das operative Ergebnis des Konzerns ausgewirkt. Dem Rückgang der Erlöse im Passagier- und Frachtgeschäft begegnet der Konzern kurzfristig mit einer Reduktion des geplanten Kapazitätswachstums auf nun drei Prozent. Die ursprüngliche Planung hatte ein Wachstum an Sitzplatzkilometern in Höhe von fünf Prozent vorgesehen.

Das operative Ergebnis des Geschäftsfelds Passage Airline Gruppe betrug für das erste Halbjahr minus 96 Millionen Euro, ein Rückgang um 32 Millionen Euro. Lufthansa und Germanwings hatten daran einen Anteil von minus 146 Millionen Euro. Dies entspricht einem Rückgang um 55 Millionen Euro. Austrian Airlines verzeichnete ein um neun Millionen Euro geringeres operatives Ergebnis von minus 44 Millionen Euro. Swiss verbesserte ihren operativen Gewinn um 29 Millionen auf 92 Millionen Euro.

Lufthansa Technik erzielte einen operativen Gewinn von 206 Millionen Euro. Damit kam sie bis auf 13 Millionen Euro an das sehr gute Ergebnis des Vorjahres heran. LSG SkyChefs erzielte mit 18 Millionen Euro einen operativen Gewinn auf dem Niveau des Vorjahres und IT-Services steigerte den operativen Gewinn um sechs Millionen auf elf Millionen Euro. 

Den Umsatzanteil der Service-Geschäftsfelder, sowie den aus neuen Geschäften und neuen Plattformen, darunter das Multi-Plattform-Konzept „WINGS“ für den „Punkt-zu-Punkt“-Verkehr abseits seiner großen Drehkreuze, will der Konzern bis zum Jahr 2020 von derzeit rund 30 Prozent auf 40 Prozent steigern. Dies ist Teil eines umfangreichen Maßnahmenpakets, mit dem das Unternehmen künftig noch stärker, auch mittels einer Qualitäts- und Innovationsoffensive, am Wachstum des Luftverkehrs partizipieren will. 

Kurzfristig erwartet die Lufthansa Group auch für das zweite Halbjahr eine schwache, nicht zuletzt aufgrund der initiierten Kapazitätsmaßnahmen im Vergleich zum ersten Halbjahr aber eine leicht entspannte Marktentwicklung. Für 2014 strebt der Konzern unverändert einen operativen Gewinn von rund einer Milliarde Euro an. Bereinigt um Einmaleffekte entspricht dies einem Wert von 1,3 Milliarden Euro. Für 2015 soll der operative Gewinn bei rund zwei Milliarden Euro liegen. 

Das erste Halbjahr 2014 in Zahlen

Der Umsatz im ersten Halbjahr betrug 14,2 Milliarden Euro, 2,1 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die betrieblichen Erträge des Konzerns verringerten sich um 2,4 Prozent auf 15,2 Milliarden Euro. Gleichzeitig ist es gelungen, die betrieblichen Aufwendungen für Januar bis Juni überproportional um 3,7 Prozent auf 15,0 Milliarden Euro zu senken. Die Treibstoffkosten gingen um 260 Millionen Euro oder 7,4 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro zurück. Darin enthalten ist das Preissicherungsergebnis von minus 23 Millionen Euro. Die Gebühren lagen um 0,1 Prozent über dem Vorjahreswert. 

Die Lufthansa Group erzielte im ersten Halbjahr 2014 ein operatives Ergebnis in Höhe von 114 Millionen Euro. Das Konzernergebnis lag bei minus 79 Millionen Euro, eine Steigerung um 124 Millionen Euro. Das Ergebnis pro Aktie im ersten Halbjahr stieg auf minus 0,17 Euro (Vorjahr: minus 0,44 Euro).  

Die Lufthansa Group steigerte im Berichtszeitraum die Investitionen in die Modernisierung und Instandhaltung der Flotte auf 1,3 Milliarden Euro. Insgesamt investierte der Konzern 1,6 Milliarden Euro, 196 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Der operative Cashflow betrug 1,7 Milliarden Euro, der Free Cashflow (operativer Cashflow abzüglich Nettoinvestitionen) lag bei 546 Millionen Euro. Der Konzern weist für das erste Halbjahr 2014 eine gegenüber dem Jahresabschluss 2013 um 81 Millionen Euro reduzierte Nettokreditverschuldung von 1,6 Milliarden Euro aus. Die Eigenkapitalquote beträgt 16,6 Prozent, ein Minus von 4,4 Prozentpunkten gegenüber dem Jahresabschluss 2013.

  Lufthansa Konzern  Jan. - JuniJan. - Juni  Veränderung
20142013
UmsatzerlöseMio. €14,166 14,464-2,1%
davon VerkehrserlöseMio. €11,46611,780-2,7%
Ergebnis der betrieblichen
Tätigkeit
Mio. €2050205
Operatives ErgebnisMio. €1147341
EinmaleffekteMio. €1057134
Operatives Ergebnis normalisiert*Mio. €21914375
Vergleichbare operative Marge**In %   1,20,90,3P.
KonzernergebnisMio. €-79-20361,1%
InvestitionenMio. €1,5481,35214,5%
Operativer CashflowMio. €1,7442,316-24,7%
Mitarbeiter zum 30.06. 119.092116.8882.204
Ergebnis pro Aktie -0,17-0,440,27

*) Operatives Ergebnis bereinigt um Restrukturierungs- und Projektkosten
**) Operatives Ergebnis zuzüglich Rückstellungsauflösungen dividiert durch den Umsatz

Der Zwischenbericht für das erste Halbjahr 2014 wird am 31. Juli 2014 um 7.30 Uhr MESZ unter www.lufthansagroup.com/investor-relations veröffentlicht. Der Presse- und Analystenwebcast wird an diesem Tag ab 9.30 Uhr MESZ unter folgendem Link übertragen: www.lufthansagroup.com/investor-relations

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