Lufthansa verbessert Ergebnis im ersten Halbjahr deutlich

• Adjusted EBIT steigt um 290 Mio. Euro auf 468 Mio. Euro • Passagierfluggesellschaften treiben positive Entwicklung • Treibstoffkosten sinken um 309 Mio. Euro, Währung belastet mit 158 Mio. Euro • Eigenkapitalquote steigt wegen höherer Zinsen wieder auf 17,5 Prozent

Die Lufthansa Gruppe berichtet für das erste Halbjahr 2015 eine solide Geschäfts-entwicklung und eine Ergebnissteigerung in allen operativen Geschäftsfeldern. Das Adjusted EBIT verbesserte sich im Vorjahresvergleich um 290 Mio. Euro auf 468 Mio. Euro. Der Umsatz bis zum 30. Juni stieg im Vergleich zu den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres um 8,5 Prozent auf 15,4 Mrd. Euro, davon entfielen 12,1 Mrd. Euro auf Verkehrserlöse. Die Durchschnittserlöse der Passagierairlines der Lufthansa Gruppe stiegen im ersten Halbjahr 2015 vor allem währungsbedingt um 2,4 Prozent. Ohne den Rückenwind eines schwächeren Euros hätten sich die Durchschnittserlöse entsprechend der Prognose jedoch deutlich negativ entwickelt. Allein im zweiten Quartal sanken die Yields währungsbereinigt um 5,7 Prozent. Die um 309 Mio. Euro geringeren Treibstoffkosten, sowie bessere Absatz- und Auslastungswerte konnten den Rückgang der Preise aber mehr als ausgleichen, obwohl die Stückkosten insgesamt ebenfalls im wesentlichen währungsbedingt stiegen. Der Saldo aus allen Währungseffekten belastete das Ergebnis des ersten Halbjahres mit 158 Mio. Euro. Der negative Saldo kommt zustande, weil die Ausgaben in Fremdwährung, und hierbei unter anderem der in Dollar zu zahlende Treibstoff, die Einnahmen in Fremdwährung überstiegen.

Das Konzernergebnis stieg in den ersten sechs Monaten des Jahres auf 954 Mio. Euro. Im Vorjahr lag es zum Halbjahr noch bei -79 Mio. Euro. Neben einem höheren betrieblichen Ergebnis ist dies vor allem auf Zuwächse im Finanzergebnis zurückzuführen. So geht über die Hälfte des Konzernergebnisses auf einen buchhalterischen Effekt zurück, der sich aus der erfolgsrelevanten Eigenkapitalzuschreibung von 503 Mio. Euro aus der Rückführung der Jet-Blue-Wandelanleihe im ersten Quartal ergibt. Im zweiten Quartal beeinflussten dann unter anderem ergebniswirksame Bewertungen von Zins- und Währungssicherungs-instrumenten sowie von Treibstoffsicherungsoptionen das Ergebnis mit insgesamt 176 Mio. Euro positiv.

Simone Menne, Vorstand Finanzen und Aviation Services der Deutschen Lufthansa AG, sagt: „Unser Ergebnis zum ersten Halbjahr ist solide. Neben der positiven Geschäfts-entwicklung unserer operativen Bereiche, die insbesondere bei den Passagierairlines im zweiten Quartal noch einmal an Dynamik gewonnen hat, sind zu einem wesentlichen Teil die rückläufigen Treibstoffkosten ursächlich für die Steigerung unserer Ergebnisse. Wir werden daher jetzt nicht die falschen Schlüsse ziehen, denn wir gehen davon aus, dass sich das Preisniveau für Flugtickets im zweiten Halbjahr nicht erholen wird. Daher arbeiten wir konsequent weiter an der wettbewerbsfähigen Ausrichtung der Lufthansa Gruppe“.

Im zweiten Quartal kam die Lufthansa Gruppe auf eine Adjusted EBIT-Marge von 7,6 Prozent. Vor allem die Fluggesellschaften, und dort insbesondere Lufthansa Passage und SWISS, waren ausschlaggebend für diese positive Entwicklung. Das Geschäftsfeld Passagierairlines erreichte eine Marge von fast 8 Prozent im zweiten Quartal, wobei SWISS mit einer Marge von über 11 Prozent auch im Branchenvergleich außerordentlich gut abschnitt. Auch Germanwings befindet sich weiterhin auf erfolgreichem Kurs und wird das laufende Jahr erstmals mit einem Gewinn abschließen.

Simone Menne: „Unsere strategische Ausrichtung stimmt. Denn einerseits sind unsere Premiummarken Lufthansa und SWISS sehr erfolgreich und gleichzeitig verzeichnen Germanwings und Eurowings als Zweitmarken eine gute Geschäftsentwicklung. Wir setzen auf die Premiumqualität unserer Hub-Airlines und auf die hohe Wettbewerbs-fähigkeit unserer Zweitmarken bei Punkt-zu-Punkt-Verkehren. Mit diesem Ansatz sind wir im Airlinemarkt profitabel und zukunftsfähig“.

Die Lufthansa Passage steigerte ihr Ergebnis im ersten Halbjahr um 181 Mio. Euro, SWISS verbesserte ihr Ergebnis um 90 Mio. Euro auf ein Adjusted EBIT von 178 Mio. Euro. Austrian Airlines verzeichnete im ersten Halbjahr noch einen Verlust von 17 Mio. Euro, konnte das Adjusted EBIT aber im Vorjahresvergleich um gute 27 Mio. Euro steigern. Lufthansa Cargo konnte dagegen die gute Entwicklung des ersten Quartals im zweiten Viertel des Jahres nicht fortsetzen. Mit dem Sommerflugplan haben Wettbewerber der Lufthansa Cargo in vielen Märkten ihre Frachtkapazitäten deutlich ausgeweitet, sodass die Preise erheblich unter Druck gerieten. Unter dem Strich bleibt im ersten Halbjahr eine Verbesserung des Adjusted EBIT um 7 Mio. Euro auf 50 Mio. Euro für das Geschäftsfeld Logistik. Auch die weiteren Geschäftsfelder konnten ihre Halbjahresergebnisse jeweils verbessern, Lufthansa Technik um 41 Mio. Euro auf 268 Mio. Euro und LSG SkyChefs um 17 Mio. Euro auf 26 Mio. Euro.

Die Eigenkapitalquote stieg aufgrund des höheren Rechnungszinses und des daraus resultierenden erfolgsneutralen Rückgangs der Pensionsrückstellungen zum Ende des zweiten Quartals wieder auf 17,5 Prozent. Die Quote lag damit über dem Wert des Jahresabschlusses 2014. Zwar entwickelten sich die Pensionsverbindlichkeiten durch den auf 2,9 Prozent angestiegenen Rechnungszins rückläufig, die absolute Pensionslast verbleibt mit 6,6 Mrd. Euro aber weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. 

Simone Menne: „Auch für Pensionslasten und Eigenkapital gilt: Die Entwicklung im zweiten Quartal ist durchaus positiv, wenn auch stark durch externe Faktoren getrieben. Die Notwendigkeit für zukunftsfähige Strukturen in der Alters- und Übergangsversorgung bleibt jedoch unverändert. Zur Sicherung unserer Zukunftsfähigkeit gehört auch unser weiterhin anspruchsvolles Investitionsprogramm, das wir uns für die kommenden Jahre vorgenommen haben. Um dafür die notwendigen Mittel zu erwirtschaften, brauchen wir die richtigen Voraussetzungen in allen Geschäftsfeldern und Unternehmen der Lufthansa Gruppe“, so Simone Menne.

Der operative Cashflow stieg im ersten Halbjahr um fast 45 Prozent auf rund 2,5 Mrd. Euro. Zum Halbjahr konnte ein Free Cashflow von etwas mehr als 1 Milliarde Euro ausgewiesen werden, fast doppelt so viel wie im Vorjahr. Vor diesem Hintergrund ist die Nettokreditverschuldung deutlich gesunken, um 31 Prozent gegenüber dem Jahresabschluss 2014.

Die Investitionstätigkeit stieg im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahr wie geplant. Unter anderem die Auslieferungen von zwei weiteren Airbus A380 und vier Boeing 747-8 sowie die Modernisierung der Langstreckenflotte in First- und Business Class, sowie der Einbau der neuen Premium Economy Class haben hierzu beigetragen. Die Brutto-Investitionen im Jahr 2015 summieren sich auf 2,9 Mrd. Euro. Für die Folgejahre ist eine Absenkung des Investitionsniveaus auf jeweils 2,5 Mrd. Euro vorgesehen ist.

Lufthansa bestätigt ihren Ausblick für das Gesamtjahr 2015 mit einem Adjusted EBIT von mehr als 1,5 Mrd. Euro vor Streikkosten.

 Lufthansa Konzern  Januar – JuniVeränderung
  1.HJ 20151.HJ 2014 
UmsatzerlöseMio. €15.36514.166+8,5%
davon VerkehrserlöseMio. €12.12311.466+5,7%
Ergebnis der betrieblichen
Tätigkeit
Mio. €430194+121,6%
KonzernergebnisMio. €954-79--
EBITMio. €463216+114,4%
Adjusted EBITMio. €468178+162,9%
Adjusted EBIT MargeIn %3,0%1,3%+1,7PP
Investitionen (netto)Mio. €1.5071.198+25,7%
Operativer CashflowMio. €2.5271.744+44,9%
Mitarbeiter zum 30.06.2015 119.357119.092+265
Ergebnis pro Aktie 2,06-0,17+2,23

Der Zwischenbericht für das zweite Quartal 2015 wird zeitgleich mit dieser Pressemitteilung am 30. Juli 2015 um 7.30 Uhr MEZ unter www.lufthansagroup.com/investor-relations veröffentlicht. 

Deutsche Lufthansa AG
Media Relations Lufthansa Group